Peter Gössel · Büro für Gestaltung

24.01.18

Masterplan für Einbeck

Fahrräder
Für die Weiterentwicklung des Stadtmuseums Einbeck wurde ein Masterplan formuliert, der Fragen zur bestehenden Infrastruktur und zur Rolle eines Stadtmuseums allgemein beantworten sollte, aber auch in inhaltlicher und personeller Hinsicht Veränderungen vorschlagen sollte. Diese Aufgabe gab die Möglichkeit, Gedanken aus dem Masterplan des Heimatmuseums Leer weiter zu spinnen und auf die konkrete Situation in Einbeck anzupassen.

In den letzten vierzig Jahren hat sich die Anzahl der Besuche in Museen erhöht, die Menge der Besucher ist aber  leicht gesunken oder gleich geblieben. Um die Museumsbesucher bewerben sich heute mehr und aufwändiger gestaltete Museen und Ausstellungshäuser als in den 1970ern. Daher wurde ab etwa Mitte der neunziger intensiv versucht, Touristen oder überhaupt überregionale Besucher durch sogenannte „Leuchttumprojekte" anzulocken. Um dem Charakter eines Leuchtturms zu genügen, wurden dabei häufig Abstriche in den museumsdefinitorischen Bereichen der Forschung oder Sammlung in Kauf genommen, was insbesondere für die sogenannten Science Center gilt. Gezielte Neugründungen im Stile eines „Edutainment" waren zudem oft durch öffentliche, unerwartete Nachfinanzierungen belastet, da die Wirtschaftlichkeitsmodelle kaum auf die Refinanzierung der Erstinvestitionen oder den mit der Betriebszeit zunehmenden Bedarf an Wartungsarbeiten Rücksicht nahmen. Die Hoffnung auf Mehreinnahmen der lokalen Wirtschaft durch zunehmenden Tourismus verdeckte oft nur kurzfristig die dünne Finanzierungsdecke der entsprechenden Angebote.

In den letzten vierzig Jahren ist die Anzahl der Besuche in Museen etwas höher geworden die Menge der Besucher aber proportional leicht gesunken oder gleich geblieben. Um die Museumsbesucher bewerben sich mehr und aufwändiger gestaltete Museen und Ausstellungshäuser als in den 1970ern. Im gleichen Zeitraum wurde daher verstärkt und ab etwa Mitte der neunziger intensiv versucht, Touristen oder überhaupt überregionale Besucher durch sogenannte „Leuchttumprojekte" anzulocken. Um dem Charakter eines Leuchtturms zu genügen, wurden dabei häufig Abstriche in den museumsdefinitorischen Bereichen der Forschung oder Sammlung in Kauf genommen, was insbesondere für die sogenannten Science Center gilt. Gezielte Neugründungen im Stile eines „Edutainment" waren zudem oft durch öffentliche, unerwartete Nachfinanzierungen belastet, da die Wirtschaftlichkeitsmodelle kaum auf die Refinanzierung der Erstinvestitionen oder den mit der Betriebszeit zunehmenden Bedarf an Wartungsarbeiten Rücksicht nahmen.** Die Hoffnung auf Mehreinnahmen der lokalen Wirtschaft durch zunehmenden Tourismus verdeckte oft nur kurzfristig die dünne Finanzierungsdecke der entsprechenden Angebote.

Eine nachhaltige Museumsarbeit, die sich dem Quotendruck entziehen will und entziehen muss, wird also eher auf die Qualität der Kommunikation mit ihren Kunden, den Besuchern und Nutzern setzen als auf die reine Quantität einer „Abstimmung mit den Füssen". Am Ende wird ein zehnfacher Besuch eines lokal ansässigen Besuchers einen positiveren Effekt auf Stadt und Museum haben als ein singulärer Besuch von zehn Bustouristen.

Es wurde im Endergebnis des Plans empfohlen, die wesentlichen außerschulischen
Bildungsinstitutionen der Stadt Einbeck in einem Gebäudekomplex zusammenzufassen, um sowohl als „Wissensspeicher" als auch als „Stadtforum" für kleinere Veranstaltungen, Diskussionen, Vorträge und Workshops zu dienen, um die kommunikativen, interaktiven und partizipativen Aspekte in den Vordergrund zu stellen.

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